Wer den Schlüssel ins Schloss steckt, öffnet die Tür. Wer es tut, ist egal.
Es kommt von irgendwoher. Es geht irgendwohin. Ich bin ein Steg, über den es Schritte tut.
Was das Jenseits für wahr hält, verwirklicht sich durch Verzerrung der Raumzeit. Sie ist das Bewusstsein des reinen Subjekts.
Selbstbewusst ist nicht, wer beharrlich glaubt, ein toller Hecht zu sein. Selbstbewusst ist, wer sein Wesen erkennt.
Der gemeinsame Nenner der Dinge ist das, was ihr Sosein bestimmt und sie damit ins Sein setzt.
"Das Bewusstsein" ist weder eine Sache noch eine unabhängige Instanz. Bewusst-zu-sein ist eine Seinsart des Selbst. Es ist das Ergebnis einer Tätigkeit. Die Tätigkeit, deren Resultat es ist, bezeichnete man im Mittelalter mit einem Verb: bewissen.
Im Tiefschlaf ist das Bewusstsein erloschen. Der Organismus hat die Tätigkeit des Bewissens eingestellt. Trotzdem existiert man weiter. Man ist, auch wenn man sich dessen nicht bewusst ist.
Nützlich beim Verständnis des Bewusstseins ist ein Blick auf andere Verben: bewässern, beleuchten, beauftragen, belügen, besagen. Die Vorsilbe "be-" besagt, dass etwas zugefügt oder beigeordnet wird: Wasser, Licht, Aufträge, Lügen, Aussagen ...oder eben Wissen.
Das Selbst ordnet Seiendem Wissen zu. Als bewusstes Sein knüpft es ein Geflecht von Zuordnungen, das es wie eine Landkarte benutzt. Die Form des Geflechts entscheidet darüber mit, wie das Selbst auf die Welt Einfluss nehmen wird.
Als Neugeborene werden wir von Eindrücken überflutet, die wir nicht zuordnen können. Erst im Lauf der Zeit erkennen wir, was wozu gehört. Da die Sinne nach außen gerichtet sind, bindet sich unser Bewusstsein an den Trubel der Welt. Ein Weltbild entsteht. Wir werden weltbewusst.
Die Ereignisse der Außenwelt sind nicht unmittelbar zu beeinflussen. Mal erscheinen sie uns angenehm, dann schmerzlich. Neben dem, was wir nur mittelbar beeinflussen können, gehorcht uns anderes direkt. Was unserem Willen ohne weitere Hilfsmittel folgt, bezeichnen wir als "Ich". Das Selbstbild entsteht. Während der frühen Kindheit lernen wir zwischen innen und außen, zwischen dem Ich und dem Nicht-Ich (der Welt) zu unterscheiden.
Zunächst steht der Körper beim Selbstbild im Mittelpunkt. Ich bin mein Körper. Ich ging über die Straße heißt, mein Körper hat es getan. Dann werden andere Aspekte bewusst. Nicht nur den Körper können wir unmittelbar steuern; auch unsere Gedanken, Pläne und Absichten, unsere Achtsamkeit und unseren Umgang mit Gefühlen und Impulsen. Unser Selbstbild erweitert sich um eine abstrakte Dimension. Unser psychologisches "Ich", das Ego, ist entstanden.
Reines Bewusstsein erfüllt keine Funktion, sondern ausschließlich sein Wesen: absichtsfrei bewusst zu sein. Absichtsfrei ist ein Bewusstsein, wenn es von keinem Aspekt absieht, den es wahrnehmen kann.
In der Regel ist das Bewusstsein durch die Absichten des Ego getrübt. Das Ego ist ein Produkt des Bewusstseins. Es umgrenzt jenen Ausschnitt, der sich als Partei der Person empfindet. Es sieht sich als abgetrennte Existenz, die mit anderen um Vorteile konkurriert. Als Partei wendet es sich den Dingen zu, die es der Person nützlich machen will. Dabei verzerrt es das Bewusstsein und benutzt es für seine Zwecke. Weil es parteiisch ist, sieht es von allem ab, dessen Nutzen für sich selbst es nicht erkennt. Es bewertet die Welt in einem eingeschränkten Horizont, statt wertfrei zu erkennen, wie sie ist.
Das bewusste Subjekt unterscheidet die Elemente der Welt. Dann erkennt es ihren Zusammenhang. Wenn es unterscheidet, begegnet es der Welt und nennt sich "Ich". Wenn es nicht mehr unterscheidet, wird es namenlos. Das Ego ist an den Körper gebunden. Es entsteht mit ihm und teilt sein Geschick. Das Selbst durchsetzt die Welt und ist aus ihr entbunden.