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Beim DelirVon lateinisch: de lira ire = neben der Spur gehen. handelt es sich um eine Störung der Hirnfunktionen, die sich hauptsächlich auf die kognitiven Funktionen auswirkt. Allerdings sind zuweilen auch unspezifische neurologische Symptome festzustellen.
Psychisch-kognitive und neurologische Symptome beim Delir| Psychische Kernsymptome | Neurologische Begleitsymptome | |
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Die psychomotorische Unruhe gehört zu den Kernsymptomen des Delirs. Es gibt jedoch auch Verläufe, bei denen Unruhe kaum auffällt oder gar durch das gegenteilige Symptom passiver Teilnahmslosigkeit ersetzt ist.
Je nach Verlaufstyp spricht man entweder vom hyperaktiven (umtriebig) oder vom hypoaktiven (apathisch) Delir. Egal ob hyperaktiv oder hypoaktiv, das Delir ist eine schwer wiegende Komplikation, die die Sterblichkeitsrate vieler Krankheiten deutlich in die Höhe treibt.
| Name | ICD | |
| Delir ohne Demenz | F05.0 | |
| Delir bei Demenz | F05.1 | |
| Delirium tremens (Alkoholentzugsdelir) | F10.4 |
Gerade bei jungen Patienten sind viele Delirien auf den Entzug von Alkohol oder Benzodiazepinen zurückzuführen.
Das Alkoholentzugsdelir tritt vor allem bei Spiegeltrinkern auf. Es beginnt Stunden bis wenige Tage nach dem letzten Alkoholkonsum und hält unbehandelt bis zu einer Woche an. Neben den oben genannten Kernsymptomen kommt es beim Alkoholentzugsdelir oftmals zu einer vegetativen Entgleisung mit Blutdruckanstieg, Beschleunigung der Herzfrequenz, Schweißausbrüchen und Zittern. Zum Vollbild gehören außerdem optische und szenenhafte Halluzinationen sowie Angstzustände.
Zur klassischen neurologischen Begleitsymptomatik des Alkoholentzugsdelirs zählen epileptische Krampfanfälle mit schlagartigem Verlust des Bewusstseins, Muskelzuckungen am ganzen Körper, Zungenbiss und Einnässen.
Unbehandelt führt das Alkoholentzugsdelir oft zum Tode.
Die häufigsten Entzugserscheinungen bei körperlicher Abhängigkeit von Benzodiazepinen sind Ängste, Nervosität, Anspannung, und Schlafstörungen. Besonders bei raschem Entzug kann es aber auch hier zu einer psychotischen Entgleisung im Sinne eines Entzugsdelirs kommen. Typisch dafür sind ebenfalls optische Halluzinationen sowie Veränderungen der optischen Wahrnehmung: z.B. Mikropsie oder Makropsie. Bei der Mikropsie werden Gegenstände kleiner wahrgenommen, als sie tatsächlich sind, bei der Makropsie ist es umgekehrt.
Das Delir kann mit anderen Erkrankungen verwechselt werden. Zu nennen sind:
Um die richtige Diagnose zu stellen, gilt es auf typische Charakteristika des Delirs zu achten. Zur Abgrenzung gegenüber anderen Erkrankungen können folgende Kriterien nützlich sein:
Das Delir ist keine eigenständige Krankheit. Es ist vielmehr die gemeinsame Endstrecke vieler verschiedener Ursachen, die jeweils zu einer umfassenden Störung der Stoffwechselprozesse im Gehirn führen und dadurch ein delirantes Syndrom auslösen. Formal gesehen ist das Delir eine organische Psychose. Man geht davon aus, das folgende Faktoren bei der Pathogenese= Krankheitsentstehung eine wichtige Rolle spielen:
Entsprechend der vielfältigen pathogenetischen Mechanismen gibt es eine große Zahl möglicher Ursachen, die Ausgangspunkt der Entstehung eines Delires sein können. Die Vielzahl möglicher Ursachen kann man drei Kategorien zuordnen: allgemeine Risikofaktoren, spezielle Erkrankungen, Folgen medizinischer Maßnahmen.
Ursachen des Delirs
| Allg. Risikofaktor | Spez. Vorerkrankung | IatrogeneVon griechisch Iatros = Arzt. Als iatrogen bezeichnet man Symptome und Krankheiten, die Folge ärztlichen Handelns sind. Ursachen |
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Das Gleichgewicht der Stoffwechselprozesse wird im Alter zerbrechlich. Daher kommen Delire jenseits des Suchtbereichs vor allem bei alten Menschen vor.
Ältere Menschen sind oft einer Vielzahl delir-begünstigender Risikofaktoren ausgesetzt, deren Wirkungen sich zu einem Delir aufsummieren. Zu nennen sind vor allem:
Grundregel
Je älter man ist, desto anfälliger ist der Hirnstoffwechsel. Je anfälliger der Stoffwechsel, desto kleiner die Ursache, die zu einem Delir führt.
Da Delirien die Lebenserwartung deutlich verringern können und nach Abklingen der deliranten Symptomatik bei älteren Mneschen oft eine dauerhafte Verschlechterung der Hirnleistung zurückbleibt, ist eine besondere Achtsamkeit gegenüber deliranten Symptomen geboten. Das gilt insbesondere im Hinblick auf die Vielzahl hypoaktiver Verläufe, deren Symptomatik nach außen hin wenig auffällt.
Das Delir ist eine gefährliche Komplikation. Es gehen dreierlei Gefahren von ihm aus:
Wegen der Gefährlichkeit des Delirs sind sofort nach Feststellung der Diagnose therapeutische Maßnahmen einzuleiten.
Der Schwerpunkt der antideliranten Therapie richtet sich nach der Ursache. Bei der Vielzahl delirogener Faktoren, gilt es zunächst - soweit als möglich - alle Faktoren auszuschalten, die das Delir begünstigen. Dazu gehören vor allem auch Medikamente, die Delire provozieren können. Darüber hinaus sind allgemeine und gegebenfalls medikamentöse Maßnahmen angezeigt.
Zu den allgemeinen Maßnahmen gehören:
Bei der medikamentösen Behandlung ist zwischen Entzugsdeliren und sonstigen Formen zu unterscheiden.
Beim Entzugsdelir kommen je nach Suchtmittel teils unterschiedliche Substanzen zum Einsatz.
Beim Entzug von Benzodiazepinen wird soviel suchterzeugende Substanz verabreicht, bis das Delir verschwindet. Dann wird die Dosis in kleinen Schritten reduziert, sodass dabei kein Delir auftritt.
Zur Behandlung des Alkoholentzugsdelirs werden Clomethiazol, Carbamazepin, Tiapridal und Benzodiazepine eingesetzt.
Um Wahn, Halluzinationen und psychomotorische Unruhezustände bei sonstigen Deliren zu behandeln, kommen Neuroleptika zum Einsatz. Dabei ist streng darauf zu achten, dass man nur solche Substanzen verwendet, denen eine anticholonerge Wirkkomponente fehlt: Haloperidol, Pipamperon und Melperon. Neuroleptika mit anticholinerger Komponente können ihrerseits Delire hervorrufen.
Wegen der Gefährlichkeit des Delirs ist Vorbeugung wichtig.
Der geplante Entzug von Suchtmitteln sollte nur in Rücksprache mit einen Arzt erfolgen. Dieser kann vorbeugende Medikamente verordnen. Ist aus der Vorgeschichte bereits ein Entzugsdelir bekannt, sollte der Entzug nur unter stationärer Überwachung stattfinden.
Zur Verhütung des Delirs bei älteren Menschen ist auf die Vermeidung jener Faktoren zu achten, die Delire fördern. Geeignete Maßnahmen sind: