Hinweis
Alle Informationen dieser Seite und ihrer Unterseiten sind unvollständig.
Die Beachtung aller beschriebenen Regeln und Gefahren, schließt keinesfalls aus, dass es im Umgang mit Psychopharmaka zu Gesundheitsschäden kommen kann.
Das betrifft die Einnahme der Medikamente ebenso wie den Verzicht darauf.
Treffen Sie Entscheidungen über den Umgang mit Psychopharmaka ausschließlich in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt.
Psychopharmaka sind Mittel der zweiten Wahl. Sie kommen zum Einsatz, wenn andere Methoden keinen Erfolg versprechen oder nicht durchführbar sind.
Wenn der Kranke von seinen Begrenzungen und Symptomen so beherrscht wird, dass er zur Behebung des Leidens nicht selbstbestimmt handeln kann, gehören sie zu den Mitteln der ersten Wahl.
Je größer der Anteil biologischer Faktoren und je schwerer das Krankheitsbild, desto eher ist an Medikamente zu denken.
Während der Behandlung: Weder Alkohol noch Drogen.
Kein Psychopharmakon, gegen das eine bekannte Unverträglichkeit besteht!
Der OFF-LABEL-Gebrauch von Medikamenten wird durch Gesetze eingeschränkt.
Medikamente spielen bei der Behandlung seelischer Erkrankungen eine wichtige Rolle; vor allem dort, wo ein organischer, also körperlicher Faktor bei der Symptomgestaltung überwiegt. Haupteinsatzgebiet der Psychopharmaka ist die Behandlung akuter Psychosen, schwerer Depressionen, sowie schwerer Angst- und Zwangsstörungen.
Bei den Psychosen kommen vor allem Neuroleptika zum Einsatz. Zu nennen sind Substanzen wie Risperidon, Olanzapin, Clozapin, Amisulprid und Quetiapin, aber auch Flupenthixol, Fluphenazin und Haloperidol. Neuroleptika wirken besonders gegen die sogenannten produktiven Symptome der Psychosen. Darunter versteht man Halluzinationen, Ich-Störungen, psychotische Angst und paranoides Erleben.
Bei Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen sind Antidepressiva oft sinnvolle Komponenten des Behandlungskonzepts. Die Wirkwahrscheinlichkeit der wichtigsten Substanzen unterscheidet sich beim konkreten Kranken nicht wesentlich. Sie liegt meist etwa 10-20 Prozentpunkte höher als bei der Behandlung mit einem wirkstoff-freien Scheinmedikament. Bei der Wahl des geeigneten Antidepressivums orientiert man sich an den zu erwartenden Nebenwirkungen. Diese variieren erheblich von Person zu Person.
Vor dem Einsatz von Psychopharmaka ist Folgendes zu überlegen:
Hat man sich zum Einsatz von Psychopharmaka entschieden, sind Voruntersuchungen sinnvoll, um Risikofaktoren vorzeitig zu erkennen. Die meisten Psychopharmaka können Schäden an den blutbildenden Organen oder der Leber verursachen, sie können zu Herzrhythmusstörungen oder zur Herabsetzung der Krampfschwelle des Zentralnervensystems führen.
Bei manchen Substanzen sollten auch Blutfette, Blutzucker, Schilddrüsenwerte und die Werte der Blutgerinnung bestimmt werden.
Sollte die Behandlung über einen längeren Zeitraum fortgeführt werden, ist in regelmäßigen Abständen an Verlaufskontrollen zu denken; möglicherweise mit einer Bestimmung des Wirkstoffspiegels.
Während der Behandlung mit Psychopharmaka kommt es oft zu Veränderungen der untersuchten Werte. Geringe Veränderungen werden in der Regel hingenommen. Bei mittelgradigen muss engmaschig nachuntersucht werden, bei schweren Veränderungen muss das Medikament abgesetzt werden.
Im Regelfall kann man beim Einsatz von Psychopharmaka mit niedrigen Dosen beginnen. Die individuelle Empfindlichkeit ist unterschiedlich; sowohl was die erwünschte Wirkung als auch die Nebenwirkungen betrifft. Ein bestimmtes Medikament wirkt bei einem Patienten gut, beim anderen wenig und beim dritten überhaupt nicht. Gleiches gilt für die Dosierungen. Der eine spricht auf geringe Dosen an, ein anderer erst auf hohe. Noch mehr individuelle Variabilität gibt es beim Auftreten von Nebenwirkungen. Manchen Patienten sind so empfindlich, dass sie fast nichts vertragen, andere stecken hohe Dosen weg, ohne dass eine Nebenwirkung die Behandlung stört.
Genetische Enzymvarianten
Die meisten Medikamente werden durch EnzymeEnzyme sind körpereigene Eiweiße, die aktiv in den Stoffwechsel eingreifen. abgebaut. Bei etwa 8-13% der Bevölkerung findet man besondere Varianten:Was die Dauer der Behandlung betrifft, haben internationale psychiatrische Gesellschaften Leitlinien herausgegeben. Gemäß dieser Leitlinien sollte die Behandlung von Depressionen mit Psychopharmaka erst einige Monate nach Abklingen der Symptome beendet werden.
Für Psychosen wird häufig folgendes Schema genannt:Im psychiatrischen Alltag ist zu beachten, dass Verlauf und Ausprägung von Depressionen einer hohen Variabilität unterliegen. Dabei sind biologische, psychologische, soziale und ökonomische Faktoren von Bedeutung. Im konkreten Fall ist über die Behandlungsdauer ebenso wie über die Dosierung individuell zu entscheiden. Scheinen biologische Faktoren im Vordergrund zu stehen, wie bei der Bipolaren Erkrankung und sind schwere Krankheitsphasen bekannt, kommt einer langdauernden Phasenprophylaxe große Bedeutung zu. Sind psychologische Ursachen zu vermuten, was bei der Mehrzahl der Depressionen angenommen werden kann, ist mehr danach zu fragen, was der Patient selbst zur Vorbeugung erneuter Symptome machen kann.
Individuell ist auch die Behandlungsdauer bei Psychosen zu entscheiden. Da bei der Mehrzahl der Psychosen jedoch der primären Verursachung durch Stoffwechselstörungen eine große Bedeutung zugesprochen werden muss, erscheint der individuelle Spielraum hier geringer.
Mehr als 3000 Substanzen sind als Medikamente zugelassen. Selbst wenn man nur zwei gleichzeitig einnimmt, gibt es 3000 Möglichkeiten. Bei drei Medikamenten sind es schon 9 Millionen, bei vier 27 Milliarden. Es ist kaum möglich, alle Wechselwirkungen systematisch zu untersuchen. Deshalb ist es ein Grundsatz der Behandlungssicherheit, dass man bei der Kombination von Medikamenten vorsichtig ist. Das gilt besonders bei langfristiger Einnahme sowie für Medikamente, die noch nicht lange zur Verfügung stehen.
Psychopharmaka können Substanzgruppen zugeordnet werden. Zu nennen sind Antidepressiva, Neuroleptika, Tranquilizer, Mittel zur Phasenprophylaxe und Schlafmittel. Im Grundsatz ist für jede Substanz ein festes Indikationsgebiet definiert. Da sich im Alltag Symptome jedoch oft überlagern und Patienten nicht immer eindeutige Diagnosen zugeordnet werden können, werden Medikamente gelegentlich OFF-LABEL, also außerhalb ihres Zulassungsbereiches eingesetzt.
Man kann kaum vorhersagen, bei wem ein Medikament wirkt und welche Nebenwirkungen es verursacht.
Häufige Nebenwirkungen sind meist weniger gefährlich. Gefährliche Nebenwirkungen sind meist selten.
Nebenwirkungen sind in der Behandlung mit Psychopharmaka ein beträchtliches Problem. Bei jedem Medikament gibt es eine große Zahl möglicher und eine gewisse Zahl gefährlicher Nebenwirkungen. Es ist allerdings keineswegs die Regel, dass der Nutzen der Medikamente durch Nebenwirkungen in Frage gestellt wäre. Zuweilen müssen aber mehrere Medikamente ausprobiert werden, bis man eins findet, das beim individuellen Patienten ohne störende Nebenwirkungen wirksam ist.
Bei zahlreichen Psychopharmaka sind Störungen der embryonalen Entwicklung beschrieben worden. Zahlreiche Substanzen treten auch in die Milch stillender Mütter über und können beim Kind zu Vergiftungen führen. Obwohl Fruchtschäden keineswegs regelhaft sind, erscheint folgendes Verhalten empfehlenswert:
Nehmen Sie Psychopharmaka während Schwangerschaft und Stillzeit nur nach Rücksprache mit dem zuständigen Arzt ein.
Externer Verweis:
Eine Behandlung mit Psychopharmaka hebt die Verkehrstauglichkeit nicht grundsätzlich auf. Einschränkungen der Reaktionsfähigkeit sind jedoch häufig und können bei keiner Substanz ausgeschlossen werden. Generell empfiehlt sich, während der ersten zwei Wochen einer Medikamenteneinnahme ganz auf das Autofahren zu verzichten. Danach sollten Sie sich nur ans Steuer setzen, wenn Sie das mit Ihrem Arzt besprochen haben.
Grundregeln zur Verhütung von Unfällen
Sedierende, also entspannende Substanzen und solche, die müde machen, haben meist einen stärkeren Einfluss auf die Verkehrstauglichkeit. Zu nennen sind insbesondere:
Besonders bei lang wirksamen Benzodiazepinen, sedierenden Antidepressiva und Neuroleptika kann die Verkehrstauglichkeit während der gesamten Behandlungsdauer eingeschränkt oder aufgehoben sein. Autofahrer, die unter Psychopharmakaeinfluss im Straßenverkehr auffällig werden, können gemäß §315 StGB Gefährdung des Straßenverkehrs verurteilt werden. Dies gilt auch für Fahrer, die wegen "geistiger oder körperlicher Mängel" den Straßenverkehr gefährden.
Eine Substanz, die die Verkehrstauglichkeit einschränkt, vermindert in der Regel auch die Eignung zur Betätigung gefährlicher Maschinen.