Treten Manien immer wieder auf, ist eine vorbeugende Medikation sinnvoll.
Wohl dem, der ein vernünftiges Stück Freiheit aus der Manie in die Nüchternheit retten kann.
Am meisten neben der Spur läuft oft der, der nichts davon weiß.
Hypomane Zustände sind recht verbreitet. Sie treten als Nachschwankungen depressiver Phasen auf und können als euphorische Reaktion auf die Befreiung von der depressiven Bedrückung verstanden werden.
Manien mit eindeutig psychotischem Ausmaß kommen vor allem bei der Bipolaren Störung und bei der Schizoaffektiven Psychose vor. Bei der Bipolaren Störung wechseln maniforme und depressive Zustände einander ab. Bei der Schizoaffektiven Störung sind der bipolaren Symptomatik schizophrene Elemente beigemischt.
Sowohl für die Schizoaffektive Störung als auch für die Bipolare Störung weisen Zwillingsstudien auf einen erheblichen genetischen Faktor hin.Die Manie ist der Gegenpol zur Depression. Während der Depressive auf die Vertretung autonomer Bedürfnisse verzichtet und sich in der Folge ohnmächtig an den Hürden der Realität scheitern sieht, leugnet der Maniker jedes Bedürfnis nach einer Zugehörigkeit, für die sich ein Zugeständnis an andere lohnt. Dem entsprechend fühlt er sich entfesselt, autonom und unbesiegbar.
War er bis dahin gehemmt, ist das Glücksgefühl für ihn beträchtlich. In der Begeisterung für die neu gewonnene Freiheit kann er mitreißend, charmant, wendig und ideenreich sein. Solange er bei guter Laune bleibt, steckt er andere damit an, die ihm ihrerseits Aufmerksamkeit entgegen bringen. Der unerhörte Erfolg der ungebremsten Lebendigkeit verführt den ehemals gehemmten Menschen mehr und mehr dazu, soziale Grenzen und Tabus zu überschreiten, als ginge sein Aufstieg kometengleich in immer neue Weiten. Dann kann es sein, dass er die Mahnungen der Realität vollends überhört und absurde Entscheidungen trifft.
Wirkt er aufs Umfeld schließlich nicht mehr mitreißend, sondern distanzlos, unverschämt und wie besessen, verwandelt sich die unsprünglich positive Zuwendung des Publikums in wachsenden Widerstand. Solange er den Widerstand als Borniertheit der anderen abtun kann, mag er selbst bei guter Laune bleiben, spürt er das Eis unter den Füßen aber dünner werden, kann es sein, dass er durch gereizte Aggression versucht, den Absturz zu verhindern. Gut für den, der ihm dann nicht im Wege steht.
Eine psychotherapeutische Behandlung der akuten Manie ist nicht möglich. Der Kranke empfindet sich nicht als krank. Im Gegenteil: So vital und gesund, wie in der Manie, hat er sich noch nie erlebt. Über den Versuch eines Therapeuten, ihn auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen, wird er herzlich lachen oder er geht wütend auf den Therapeuten los; weil der ihm die grandiose Freiheit nehmen will.
Erst wenn die Manie abgeklungen ist, kommen psychotherapeutische Ansätze ins Spiel. Ein wesentlicher Teil wird sich auf Psychoedukation konzentrieren; also auf die Erarbeitung von Strategien, wie erneuten maniformen Entwicklungen frühzeitig begegnet werden kann.
| Substanz | Dosierung | Besonderheit |
| Risperidon | 1-6 mg | |
| Haloperidol | 5-20 mg | |
| Olanzapin | 10-20 mg | starke Gewichtszunahme |
| Lithium | 600-1200 mg | Serumspiegel 0.8-1.2 mmol |
| Valproat | 1200-3000 mg | nicht bei Frauen im gebährfähigen Alter |
| Carbamazepin | 600-1200 mg | Wechselwirkungen beachten |
| Aripiprazol | 15-30 mg | |
| Ziprasidon | 80-160 mg |
Es ist davon auszugehen, dass maniforme Störungen im Rahmen der Bipolaren Erkrankung eine bedeutende genetische Komponente haben und einer Stoffwechselstörung entsprechen. Trotzdem ist die therapeutische Bearbeitung des psychodynamischen Hintergrundes ausgesprochen sinnvoll. Zur Entstehung der Manie tragen nämlich nicht nur Stoffwechelstörungen bei, sondern auch die besonderen Muster, mit denen der Patient, zwischen den maniformen Episoden, seine Beziehungen zum Umfeld gestaltet.
Beim Vollbild einer Manie behandelt man medikamentös mit Neuroleptika und/oder Stimmungsstabilisatoren. Eine Hospitalisierung ist meist notwendig.
Bei hypomanen Nachschwankungen sollte eine bestehende antidepressive Medikation überprüft werden, da Antidepressiva zum Übergang einer Depression in eine Manie führen können. Besteht kein Realitätsverlust und ist sich der Patient seines Ausnahmezustandes bewusst, wird man oft abwarten können, bis das Leben ihn von selbst ernüchtert.
Sind echte Manien bekannt, ist neben einer vorbeugenden Medikation mit Stimmungsstabilisatoren an die Einrichtung einer Betreuung zu denken, damit der Patient vor gesundheitlichen, sozialen und Vermögensschäden geschützt werden kann.