Liebe ist Zuwendung, die den Seinswert des Geliebten ungeachtet eigener Interessen anerkennt und dessen Wohl fördert.

Man liebt nicht nur den oder die, sondern auch jene und jenen, der in allen enthalten ist und alle umfasst.

Wer das wenige respektiert, das er ist, braucht keine Liebe mehr.

Lieben kann, wer sich verzeiht, dass er sich mehr Liebe nicht verschaffen konnte.

Liebe


Wer liebt, bejaht oder fördert den anderen, ohne dafür einen Vorteil von ihm zu erwarten. Das Motiv aller Liebe ist Wertschätzung. Oft wird Liebe mit der Sehnsucht nach Liebe verwechselt; besonders beim Verliebtsein. Der Verliebte sehnt sich danach, geliebt zu werden. Er begeistert sich für den anderen, weil der andere die Erfüllung seiner Wünsche verheißt. Da man nur wertschätzen kann, was man kennt, wächst Liebe mit Erkenntnis. Verliebt sein kann auch ein Blinder.

Viele Menschen glauben, dass sie Liebe brauchen. Irrtum! Nur Kinder brauchen Liebe. Erwachsene brauchen sie nicht. Kinder, für deren Wohl sich niemand einsetzt, sterben. Sie sind tatsächlich auf Zuwendung angewiesen. Geliebt zu werden ist für sie notwendig. Erwachsene können ihre Bedürfnisse alleine besorgen. Geliebt zu werden ist für sie ein glücklicher Genuss.

Bekommen Kinder zu wenig Liebe, halten sie instinktiv danach Ausschau, wie man sich Liebe verdient. Das führt zu einer Fehlhaltung. Statt eigene Bedürfnisse unmittelbar zu erfüllen, wird zuviel Kraft auf Erwerb und Erhalt von Zuneigung verwandt. So kommt ein Teufelskreis in Gang. Je mehr Kraft ich für den Erwerb von Liebe verbrauche, desto weniger bleibt für die Erfüllung meiner Bedürfnisse. Je bedürftiger ich werde, desto mehr glaube ich, Menschen zu brauchen, die sich um meine Bedürfnisse kümmern.

Also:
Statt nach Liebe zu suchen, sorgen Sie für sich selbst. Gehen Sie davon aus, dass Sie wertvoll sind. Verhalten Sie sich dem entsprechend. Tun Sie das, was Ihnen nützt. Sobald Sie Ihre Bedürfnisse selbst erfüllen, werden Sie keine Liebe mehr brauchen, sondern Sie produzieren davon einen Überschuss.