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Seele und Gesundheit |
Viele glauben, ohne Smartphone als ständigen Begleiter könne man das Haus nicht verlassen. Verbreitet wird über grassierende Smartphone-Sucht geklagt. Die Handyabhängigkeit hat es zu einem ⇗Artikel auf Wikipedia gebracht.
Wie alle Süchte kann man auch die Smartphone-Sucht als komplexen Abwehrmechanismus verstehen. Aufgabe der Abwehrmechanismen ist die Kontrolle von Ängsten. Welche Rolle spielt dabei das Smartphone?
Der Horizont des Bildschirms erzeugt einen unbewussten Größenwahn. Sobald man auf die analoge Wirklichkeit trifft, bricht er zusammen. Was aus seinen Trümmern auftaucht, ist Lebensangst. Kein Wunder: Man hat nicht geübt, mit analoger Wirklichkeit umzugehen, sondern mit einem digitalen Ersatz.
Ich habe Zugang zu allem. Ich stehe stets in Verbindung. Meine Welt reagiert auf Knopfdruck. Das Smartphone befriedigt beide Bedürfnisse des Psychologischen Grundkonflikts. Indem man stets in Verbindung bleibt, fühlt man sich zugehörig. Dass die Welt sich über Buttons steuern lässt, fühlt sich so an, als könne man über sie bestimmen. Solange das so bleibt, brauche ich mich nicht zu fürchten. Die Smartphone-Sucht kompensiert untergründige Ängste und ruft sie zugleich hervor.