Das Leben straft uns dafür, wenn wir übereifrig dienen. Man muss es nicht dafür schelten, dass es uns nicht zu Dienern erzieht. Es wünscht sich, dass wir aufrecht gehen.
Es könnte gut sein, dass Sie ein Beziehungsmuster praktizieren, das umgangssprachlich als Helfersyndrom bezeichnet wird. Das Helfersyndrom ist eine psychologische Ausrichtung, die spezifische Strategien benutzt um eigene Bedürfnisse verdeckt zu besorgen. Im Gegensatz zu dem, der bei Gelegenheit hilfsbereit ist, der bei anderer Gelegenheit seine Hilfsbereitschaft aber zurücknehmen kann, ist die Hilfsbereitschaft beim Helfersyndrom zwanghaft.
Zur Ursache der zwanghaften Hilfsbereitschaft gehören Selbstwertzweifel und fehlender Mut, offen um die Güter des Daseins zu konkurrieren. Der zwanghafte Helfer wähnt sich so sehr auf die Bestätigung durch andere angewiesen, dass er sich aktiv in deren Bedürfnisse hineinversetzt, um sich durch die Erfüllung fremder Bedürfnisse Lob, Anerkennung und Zuwendung zu sichern. Dabei bleibt die Erfüllung eigener Bedürfnisse auf der Strecke; denn auch wenn der zwanghafte Helfer davon überzeugt ist, dass er sich durch seine "Tugend" Anspruch auf Gegenleistung erwirbt, sorgt das Leben dafür, dass er mit seiner Strategie den Kürzeren zieht.
Das Helfersyndrom ist keine offizielle Diagnose. Sehr enge Beziehungen gibt es jedoch zu dem, was die Psychiatrie als depressive Persönlichkeitsstruktur bezeichnet. Wenn Ihre Antworten im Test Sie auf diese Seite führten, ist daher wahrscheinlich, dass Sie auch im Test auf depressive Verhaltensmerkmale eine hohe Punktzahl erreichen.
Was Sie tun können, um Ihre Lebensqualität zu verbessern, ist das Gleiche, was man einem stark depressiv-strukturierten Menschen raten kann.