Wenn man ihm entgegen kommt, macht man es dem Falschen leichter.
Sich auf Gott zu berufen, macht einen Glauben nicht zur Religion.
Monopoltheologien sind totalitäre Weltanschauungen, die den Anspruch erheben, von Gott dazu bestimmt zu sein, das Leben ganzer Völker diktatorisch zu steuern.
Die mächtigsten Monopoltheologien sind Judaismus, Christentum und Islam. Alle drei berufen sich auf Moses und dessen Lehre vom parteiischen Gott. Die Grundidee stammt aus Ägypten. Schon die Pharaonen hielten es für selbstverständlich, Macht als "gottgewollt" zu erklären.
Wohlgemerkt
Monopoltheologien sind verantwortlich für krankhafte kulturelle Grundlagen. Das heißt aber nicht, dass man caritative Angebote ihrer Glaubensorganisationen umgehen müsste. Trotz fragwürdiger theologischer Vorgaben ist es zum Beispiel dem Christentum gelungen, wohlmeinende, kompetente und engagierte Menschen an sich zu binden, die im Auftrag ihrer Organisationen qualitativ hochwertige Angebote machen. Sollten Sie Hilfe brauchen, wenden Sie sich daher getrost an Caritas und Diakonie.
Die mosaische Ideologie behauptet, dass die Zugehörigkeit zum "auserwählten Volk" beim Kampf um Reichtum, Land und Macht göttlichen Beistand bewirkt. Historischer Hintergrund der mosaischen Sektengründung war Moses' Plan zur Eroberung Kanaans und zum Mord an den kanaanitischen Völkern. Dazu passte eine spaltende Ideologie, die Wert und Lebensrecht rivalisierender Völker verneint und alle religiösen Impulse dem politischen Vorsatz unterstellt. Resultat war der erste rassisch begründete Völkermord der Geschichte, der ausdrücklich als Endlösung geplant war. Die dabei angefallene Schuld wird durch ein sektenspezifisches Repertoire willkürlicher Thesen und ritueller Handlungen verleugnet.
Nachdem die mosaische Verheißung vom Endsieg Israels trotz vollstrecktem Völkermord nicht in Erfüllung ging, bildete sich die messianische Erwartung. Sie verhieß, dass ein mächtiger König aus dem Hause David kommen wird, der alle Feindvölker der Israeliten in einem apokalyptischen Krieg vernichtet oder in deren Knechtschaft zwingt. Weil Könige im alten Israel zur Feier ihrer Machtergreifung gesalbt wurden, nannte man den erwarteten König "Messias". Auf hebräisch heißt das "der Gesalbte".
Jesus glaubte, der jüdische Messias zu sein. Er glaubte, er könne die Apokalypse durch sein Martyrium erzwingen; ...und dadurch den Endsieg Israels über die Nachbarvölker. Nach seinem Scheitern übertrug Paulus das mosaische Gottesbild auf die sogenannten "Heiden". Ohne persönliche Kenntnis des historischen Jesus setzte er Textpassagen der Evangelien und des Alten Testaments für seine persönliche Botschaft willkürlich zusammen. Das theologische Unrecht seiner Erweiterung der hebräischen Verheißung auf nicht-hebräische Völker liegt in der Bibel offen zu Tage. Es wird von den christlichen Kirchen verleugnet.
Die Feindseligkeit des Judaismus gegenüber Fremdvölkern übersetzte Paulus bei der Umdeutung der hebräischen Texte in eine Feindseligkeit des Christentums gegenüber jeder nicht-christlichen Kultur. So wie der klassische Judaismus sich als zukünftige Monopolmacht sieht, so beansprucht auch das Christentum die Weltherrschaft. Solange es in seiner Macht stand, hat es fremde Kulturen systematisch vernichtet.
Die Mehrheit der Christen glaubt heute, ihr Glaube sei mit Demokratie vereinbar. Tatsächlich ist ein "demokratisches Christentum" aber nur soweit möglich, wie es den prophetischen Anspruch der eigenen Lehre faktisch verwirft. Ein Christentum, das daran glaubt, von Gott beauftragt zu sein, ist nur mit einer Gesellschaftsordnung vereinbar, in der das Individuum entmündigt ist.
Mohammed gründete unter Berufung auf die jüdische und christliche Tradition eine dritte Variante der mosaischen Lehre. Auch sein Anspruch, nämlich Vollender der mosaischen Theologie zu sein, entbehrt jeden Belegs und ist durch die Lektüre des Alten Testaments leicht zu entkräften. Da der Koran eine eigene literarische Schöpfung ist und die hebräischen Texte kaum wörtlich zitiert, ist der Irrtum Mohammeds für seine Leser nicht erkennbar.
Mit komplizierten Argumenten, so wie es Paulus nötig hatte, brauchte Mohammed sich bei der Verkündung seiner Lehre nicht zu plagen. Statt dessen hat er die mosaische Grundidee vom göttlichen Auftrag zur Machtergreifung für die eigene Sache in einfache Worte gefasst. Den totalitären Charakter seiner Vorgänger hat er dabei kopiert. Auch der Islam ist eine feindselige Weltanschauung, die Andersdenkende niemals als vollwertig anerkennen wird.
Integration oder Waffenstillstand
Es liegt im Wesen der Monopoltheologie, dass sie konkurrierende Weltbilder nicht als gleichberechtigt ansehen kann. Keine Koexistenz zwischen Judentum, Christentum und Islam kommt daher über den bloßen Waffenstillstand hinaus. Eine Integration von Menschen der drei Kulturkreise geht immer nur soweit wie sich deren Mitglieder aus der jeweiligen Irrlehre lösen; oder sie niemals wirklich verinnerlicht haben.
Der Begriff Integration entstammt dem lateinischen Verb integrare = heilen, unversehrt machen, wiederherstellen. Jede Monopoltheologie spaltet die Gemeinschaft aber in Gläubige und Ungläubige. Monopoltheologien desintegrieren menschliche Gemeinschaften daher bereits durch ihre schiere Präsenz. Sie tun es erst recht, wenn sie aufeinander treffen. Der Bau von Moscheen, Synagogen und Kirchen ist daher kein Zeichen der Integration, sondern zu Stein gewordene Zersplitterung. Nur ein Glaube, der alle Propheten entthront, kann Gotteshäuser bauen, in denen kein Hass gepredigt wird.
Ein gemeinsamer Nenner von Monopoltheologien ist die systematische Propaganda zur Verbreitung ihrer Lehren. Dem selben Zweck dient ein weiteres Merkmal: die ideologie-konforme Indoktrination der Kinder. Das Einschärfen eines homogenen Weltbildes ist die wesentliche Aktivität, mit der sich der Klerus beschäftigt. Predigen entstammt dem lateinischen prae-dicare = vor-sagen.
Mit Religion im eigentlichen Sinne haben Glaubenssysteme, die Vorsager aussenden nur wenig zu tun. Sie lenken den Blick der Gläubigen nicht auf die Wirklichkeit, in der göttlich verbriefte Wahrheit zu Ausdruck kommt, sondern auf verbale Bilder, die der Gläubige nachzusprechen hat. Monopoltheologien sind Bilderkulte, die echte Religiosität durch ihren Anspruch behindern.
Der verfehlten Deutung von Religiosität als Gehorsamsakt und Unterwerfung entspringt das gespaltete Verhältnis der Monopoltheologien zu Würde, Menschenrecht und Liebe. Liebe deklarieren sie zwar als eigentlichen Kern ihrer Botschaft, tatsächlich predigen sie Liebe aber nur gegenüber Gleichgesinnten. Gegenüber Andersdenkenden predigen sie Hass:
2 Moses 32, 27*
...es töte ein jeder selbst den Bruder, Freund und Nächsten!
Psalm 18, 38-50*
Ich setzte meinen Feinden nach...und ließ nicht ab, bevor sie aufgerieben...Ich...zertrat sie wie Gassenkot...
5 Moses 13, 7-12*
Wenn dein Bruder...oder dein Sohn oder deine Tochter oder die Frau an deiner Brust oder dein Freund, den du so lieb hast wie dein Ich, dich heimlich verführen wollen...andern Göttern (zu) dienen...so darfst du...nicht...sie schonen...Dem Tod sollst du sie überliefern! Deine Hand soll sich zuerst gegen sie erheben, um sie zu töten, und danach die Hand des gesamten Volkes. Mit Steinen sollst du sie zu Tode steinigen.
Lukas 19, 27*
Meine Feinde aber, die nicht haben wollen, daß ich König sei über sie, führt hierher und macht sie nieder vor meinen Augen!
Lukas 12, 49-51 *
Feuer auf die Erde zu werfen, bin ich gekommen, und wie sehr wünschte ich, es würde schon brennen! ...Meint ihr, ich sei gekommen, Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, sondern Entzweiung.
Matthäus 10, 32-37 *
Denket nicht, ich sei gekommen, Frieden auf die Erde zu bringen...sondern das Schwert...
Lukas 13, 7*
...schon drei Jahre komme ich und suche Frucht an diesem Feigenbaum und finde keine; hau ihn heraus!
Sura 8, 12**
Schrecken will ich setzen in die Herzen derjenigen, die ungläubig sind; so schlagt ihnen über die Nacken, schlagt ihnen die Fingerspitzen ab.
Sura 8, 40 **
Und so bekämpft sie bis keine Verführung mehr ist und die Religion ganz Gottes.
Sura 9, 5**
Sind die heiligen Monate vorüber, dann tötet die Götzendiener, wo ihr sie auch findet, fanget sie ein, belagert sie und stellt ihnen nach aus jedem Hinterhalt.
Sura 9, 28-29 **
..nur Schmutz sind die Götzendiener...Bekämpfet, die an Gott nicht glauben...
Das Wesen der Sekte liegt nicht in der begrenzten Zahl ihrer Mitglieder. Was ihr Wesen ausmacht, zeigt der Ursprung des Begriffs. Sekte ist eine Ableitung des lateinischen Verbs sequi = folgen.
Eine Sekte besteht aus einem Gründer und seiner Gefolgschaft. Indem die Gruppe dem Gründer folgt, richtet sie sich an dessen Meinung aus. Eine Antwort auf die Frage, was wahr ist, sucht das Sektenmitglied nicht mehr selbst. Es übernimmt Antworten ungeprüft von außerhalb. Dass es Antworten ungeprüft übernimmt, rechnet ihm der Sektenführer als besondere Tugend an. Er nennt das Glaube.
Typisch für Sekten ist, dass sie sich gezielt vom Umfeld unterscheiden. Eine Sekte, die nicht sagt Wir sind besser als ihr, gibt es nicht. Dem entsprechend bleibt eine Sekte auch dann noch Sekte, wenn ihre Mitgliederzahl massiv gestiegen ist. Selbst wenn es einer Sekte gelingt, die ganze Menschheit in ihre Gefolgschaft zu bringen, ändert sich daran nichts.
Monopoltheologien missverstehen das Wesen des Göttlichen. Das zeigt die Benennung ihrer Götter. Dabei geht es nicht um diesen Namen oder um jenen. Es geht um das Benennen an sich.
Was einen Namen trägt und angebetet wird, ist ein Götzenbild.
Jede Benennung eines Propheten, dessen Namen man in Verbindung mit dem Göttlichen bringt, setzt das Göttliche herab.
Namen sind Unterscheidungsmerkmale. Sie kennzeichnen ein abgegrenztes Etwas, das von den Grenzen eines anderen Etwas begegrenzt werden kann. Ein Begrenztsein des Göttlichen setzt es aber in die Kategorie der übrigen Elemente der Wirklichkeit. Was ist dann aber das Besondere am Göttlichen, außer, dass es größer als anderes sein mag?
Nicht nur das: Monopoltheologien fassen ihre Götter als Personen auf. Der Begriff Person geht auf ein etruskisches Wort (phersu) zurück. Er bedeutet "Maske". Personen sind die Masken, durch die hindurch sich Individuen begegnen. Es mag sein, dass Menschen ihre Masken brauchen; aus Angst, dass man sie sonst erkennt. Kann man die Motive von Menschen aber auf das Absolute übertragen?
Wer das Göttliche als Person bezeichnet und seinen Namen in einem Atemzug neben dem von Menschen nennt, bindet den Blick an Grenzen. Dem Geheimnis wird er damit nicht gerecht.
* Die Heilige Schrift / Familienbibel / Altes und Neues Testament, Verlag des Borromäusvereins Bonn von 1966.
** Der Koran, (Komet-Verlag, ISBN 3-933366-64-X), Übersetzung von Lazarus Goldschmidt aus dem Jahr 1916.