Wer sich langweilt, schuldet der Gegenwart Sinn.

Wer nichts Sinnvolles tut, wird krank.

Sinn erwächst aus Achtsamkeit.

Wer achtsam den Hinweisen der Gegenwart folgt, langweilt sich nicht.

Jede Situation ist ein kommunikatives Gegenüber, dessen Beachtung neue Lebendigkeit speist.

Gegenwart ist immer nur innen und außen zugleich.

Langeweile


Ursache aller Langeweile ist ein unerfülltes Bedürfnis nach Sinn. Wer sich langweilt, erlebt die Gegenwart als ungenutztes Potential, das durch Inhalt gefüllt werden sollte. Das, was er tatsächlich tut, kann er jedoch nicht als sinnvollen Inhalt empfinden. Sein Versäumnis, der eigenen Gegenwart Sinn zu geben, erlebt er deshalb als Schuld, die ihn solange in Unruhe versetzt, bis er sie begleicht.

Langeweile gehört zum Repertoire der Erlebnisweisen, weil das Bewusstsein dem eigenen Wesen gerecht werden will. Sinnleer verbrachte Zeit erlebt es als Unbehagen, das sich bis zur Panik steigern kann. Langeweile ist eine wichtige Ursache seelischer Symptome. Häufig führt sie zu Depressionen, Alkohol- oder Drogenkonsum.

Langeweile wird sowohl alleine als auch in Gegenwart anderer empfunden.

In diesen Situtionen kommt Langeweile auf, weil ich meinen tatsächlichen Impulsen nicht folge. Entweder erkenne ich sie nicht, weil ich mir gegenüber unachtsam bin oder ich beachte sie nicht, weil ich sie fürchte und lieber anderen gefallen will.

Die Schuld am Unvermögen, die Gegenwart sinnvoll zu gestalten, wird oft nach außen projeziert. Dann wertet man "das oder den, der einen langweilt" ab. Folge ist, dass man die Möglichkeiten, die die Begegnung bietet, nicht mehr erkennt.