Wer die Verantwortung übernimmt, braucht sich nicht schuldig zu fühlen. Es reicht, wenn er sich auf die Suche nach der Antwort macht.

Verantwortung ist keine Frage der Schuld, sondern des Selbstvertrauens und der Zuständigkeit.

Was man für seine Kinder tun kann

  1. Mechanismen der Belastung
  2. Was man tun kann

Millionen Kinder leben bei seelisch kranken Eltern. Oft ist das eine Belastung, die es ihnen erschwert, ihren Platz im Leben zu finden. Die psychische Erkrankung eines oder beider Elternteile kann dazu führen, dass sie ihren Kindern nicht jenes Maß an Geborgenheit bieten, das deren Reifung begünstigt.

1. Mechanismen der Belastung

Studien1 zeigen, dass das seelische Gleichgewicht von Kindern, die bei psychisch kranken Eltern aufwachsen, durch verschiedene Faktoren gefährdet ist. Besondere Risiken sind:

Wie zu erwarten, sind Kinder mit geringem Selbstwertgefühl sowie geringen sozialen und intellektuellen Fähigkeiten besonders betroffen.

Neben den allgemeinen Risikofaktoren, sind je nach Diagnose spezielle Gefährdungen zu bedenken.

Frühe Störung

Unter einer Frühen Störung versteht man eine Beeinträchtigung der seelischen Entwicklung durch traumatische Erfahrungen im ersten Lebensjahr. Man geht davon aus, dass die Psyche zu dieser Zeit besonders verletzlich ist.

Viele Autoren2 beschreiben Verbindungen zwischen frühen Störungen und der Entwicklung von Persönlichkeitsstörungen, vor allem auch solchen vom Borderline-typ.

2. Was man tun kann

Gottlob ist es keineswegs vorgezeichnet, dass die Entwicklung der Kinder durch die seelische Krankheit der Eltern behindert wird. Um das zu erreichen, ist allerdings ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Problem anzuraten.

Leitlinien für psychisch Kranke im Umgang mit ihren Kindern

Wohlgemerkt...

Das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern ist vielschichtig. Regeln, die immer gelten, sind schwer aufzustellen. Die Anregungen dieser Liste zum Umgang mit Kindern sind von Fall zu Fall zu überprüfen. Sie können im Umgang mit Ihrem Kind völlig falsch sein. Vertrauen Sie nicht blind auf die Meinung eines vermeintlichen Experten. Achten Sie auf Ihr Gefühl. Benutzen Sie den eigenen Verstand.



1: z. B. CHIMPs (Children of mentally ill parents), Dr. Silke Wiegand-Grefe, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.
2: z.B. Otto Kernberg, Heinz Kohut, Edith Jacobsen, Christa Rohde-Dachser, Bela Grunberger.