Das eigene Maß findet man umso besser, je weniger man tut, um geliebt zu werden.
Je mehr mich interessiert, was ich bin und je weniger, was ich habe, desto geringer ist die Gefahr, dass sich das Glück bei mir langweilt.
Wer verzichtet, gewinnt.
Reine Subjektivität ist glückselig, weil alles Unglück ins Diesseits ausgelagert ist.
Eingebildete Bedürfnisse entsprechen dem Wunsch des Egos, sich wichtig zu machen.
Man empfindet Glück, wenn die Wirklichkeit mit dem übereinstimmt, was man fürs Glücklichsein notwendig hält. Glück hängt mehr von Erwartungen und dem Ausmaß subjektiv empfundener Bedürfnisse ab, als von realen Fakten. So kann der eine über einen Teller Nudeln glücklich sein, ein anderer verzehrt sich aus Angst um seine Millionen.
Selbst wenn es Asketen gibt, die auch dann noch Glück empfinden, wenn sogar der Teller Nudeln ausbleibt, gilt das für uns "normale" Menschen nicht. Offensichtlich gibt es elementare Bedürfnisse, solche, die man als "situativ" bezeichnen kann...und dann noch eine dritte Gruppe: eingebildete Bedürfnisse.
Auf elementare Bedürfnisse kann man ohne besonderen Ehrgeiz nur schwer verzichten. Elementar ist der Teller Nudeln, das Dach über dem Kopf und das Hemd in der Hose.
Elementar sind aber auch zwei seelische Bedürfnisse und zwar jene, die dem psychologischen Grundkonflikt entsprechen: das Bedürfnis nach Selbstbestimmung und das nach Zugehörigkeit. Die Qualität dieser Bedürfnisse ist bei allen Menschen im Grundsatz gleich. Wieviel Bedeutung man dem einen oder dem anderen zumisst, schwankt individuell jedoch erheblich. Ein geplanter Verzicht auf eines der Bedürfnisse dient meist spirituellen Zwecken, die ihrerseits im Versuch bestehen, reine Selbstbestimmung oder reine Zugehörigkeit zu erreichen.
Situative Bedürfnisse entsprechen der individuellen Lebenslage. Arbeite ich hier und wohne ich dort, bedarf ich eines Autos. Habe ich Kinder, sollte eine Schule in der Nähe sein und zum Malen braucht man einen Pinsel.Eins ist dabei klar: Je größer die Bedürfnisse sind, deren Erfüllung ich als Bedingung meines Glücksempfindens auszumachen glaube, desto schwerer ist es, glücklich zu sein.
Da Wünsche und Bedürfnisse nicht der Willkür gehorchen und wir ihnen nicht befehlen können, klein zu sein, gilt es daher, besser zu unterscheiden: Welche Bedürfnisse sind elementar, welche der Situation angemessen und welche bloß eingebildet?
Eingebildete Bedürfnisse stehen dem Glück am meisten im Wege. Eingebildete Bedürfnisse gruppieren sich um den Impuls, andere zu Anerkennung, Bewunderung und Liebe zu bewegen. Ein Beispiel macht den Unterschied zwischen situativen und eingebildeten Bedürfnissen deutlich:Ein situatives Bedürfnis kann durch ein kleines Auto erfüllt werden. Kaufe ich aber ein großes, weil ich glaube, dass ich die Anerkennung der Nachbarn brauche, gebe ich viel für ein eingebildetes Bedürfnis aus. Wenn mir Geld zufällt wie Heu, ist das nicht schlimm. Wenn ich dafür aber buckeln muss, führt ein eingebildetes Bedürfnis dazu, dass mein elementares Bedürfnis nach Selbstbestimmung unerfüllt bleibt. Dem Glück gefallen solche Tauschgeschäfte nicht.