Das Trauma zeigt dem Gemüsehändler, dass er sich zu wichtig nimmt und dass jede Gewinnspanne im Gemüsehandel erbärmlich ist.
Wer die Lehren des Traumas befolgt, wird durch das Trauma geheilt. Wer sie nicht wahrhaben will, bekommt Symptome.
Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) wird durch traumatische Belastungen ausgelöst. Einerseits sind elementare Erschütterungen zu nennen, die Leib und Leben des Betroffenen objektiv in Frage stellen. Andererseits kann die Erkrankung auch durch Traumatisierungen der seelischen Integrität verursacht werden.
Auslöser der PTBS
Die Häufigkeit der PTBS hängt von der Art des Traumas ab. Man findet sie zu...
Die Symptome der PTBS treten entweder kurz nach dem Trauma oder mit einer Latenz von Wochen bis Monaten auf. Unter Umständen können zwischen dem Trauma und der Symptomatik Jahre vergehen. Symptome, die innerhalb der ersten Tage nach dem Trauma auftreten, werden als Akute Belastungsreaktion bezeichnet. Die PTBS geht nahtlos aus der Akuten Belastungsstörung hervor oder sie folgt nach einer symptomfreien Periode. Sie kann aber auch ohne vorherige Belastungsreaktion auftreten.
Symptome der PTBS
Grundsätzlich wird die PTBS durch den traumatisierenden Faktor ausgelöst, der die Psyche des Betroffenen von außen erreicht und zu einer nachhaltigen Erschütterung seines Welt- und Selbstbildes führt. Untersuchungen zeigen jedoch, dass keineswegs alle Opfer traumatisierender Erfahrungen eine PTBS entwickeln. Offensichtlich gibt es ein Persönlichkeitsmerkmal, das das Auftreten der PTBS begünstigt.
Das Kernproblem bei der Posttraumatischen Belastungsstörung liegt im Versuch...
Vom Verstand her wissen wir, dass unser Platz in der Welt bedroht ist. Wir wissen, dass wir zerbrechliche Wesen sind, deren Wohlergehen in den Händen eines übermächtigen Schicksals liegt. Um die Angst vor Tod und Verderben, vor Ohnmacht und Ausgeliefertsein zu entkräften, leben wir jedoch so, als könne uns - zumindest vorerst - eigentlich nichts passieren. Um uns in Sicherheit zu wiegen, glauben wir, dass uns als Person soviel Bedeutung zukommt, dass es das Schicksal dann doch nicht wagen wird, diese Person fundamental zu missachten. Das Trauma führt uns den Irrtum mit aller Macht vor Augen.
Der Glaube an unsere vermeintliche Wichtigkeit führt meist dazu, dass wir im Leben überwiegend mit den Vor- und Nachteilen für unsere eigene Person beschäftigt sind. Wir sind eifrige Verfechter des Ego. Das Trauma stellt den Sinn dieses Eifers in Frage. Wenn die Bedeutungslosigkeit unserer Person offensichtlich wird, können wir eigentlich nicht weitermachen wie bisher. Das Trauma wirft uns aus der Kreisbahn um den kleinen Mittelpunkt. Der eine hat den Mut zur Weiterreise, der andere versucht, das Erlebte zu verdrängen.
Die Symptomatik spiegelt den Kampf zwischen Verdrängung und heilsamer Wahrheit wieder. Da werden alle Situationen gemieden, die an das Trauma erinnern. Da wird die Erinnerung zum Teil aus dem Gedächtnis gedrängt. Entgegen aller Bemühung schießen die erschreckenden Bilder dann aber ins Bewusstsein ein und tauchen in den Träumen wieder auf. Der Kampf erzeugt eine Hypervigilanz (übermäßige Wachheit), die der Angst vor der Vertreibung aus der gewohnten Kreisbahn entspricht.
Die Vielfalt individueller Varianten seelischer Abläufe ist ebenso unermesslich wie die Vielfalt situativer Konstellationen, mit denen eine Person konfrontiert werden kann. Die Posttraumatische Störung geht daher fließend in andere Kategorien über, die von der WHO als Krankheiten abgegrenzt werden.
Reaktionen auf schwere Belastungen gemäß ICD-10-Klassifikation der WHO.| Name | ICD | Zeitlicher Verlauf |
| Akute Belastungsreaktion | F43.0 | Unmittelbar nach dem Ereignis. Maximal einige Tage andauernd. |
| Posttraumatische Belastungsstörung | F43.1 | Meist mit Latenz von einigen Wochen. Kann Monate lang andauern. |
| Anpassungsstörung | F43.2 | Hängt stark von den Umständen ab, die zur Störung führen. |
| Andauernde Persönlichkeitsveränderung | F62 | Langzeitfolge unverarbeiteter Erschütterungen |
Zwischen den Kategorien gibt es alle erdenklichen Vermischungen und Übergänge.
Der Begriff subsyndromal benennt abgeschwächte Verläufe der Posttraumatischen Belastungsstörung. Je nach Ausmaß des Traumas wird das Selbstbild des Betroffenen unterschiedlich stark erschüttert. Dazu kommt, dass die individuelle Bereitschaft, Erschütterungen des Selbst- und Weltbildes zu akzeptieren, ebenfalls unterschiedlich ist.
Subsyndromale Verläufe können durch die gleiche Palette an erschütternden Ereignissen ausgelöst werden wie das Vollbild der PTBS. Dazu kommen aber auch weniger dramatische Bedrohungen für Leib und Leben (Unfälle und Krankheiten aller Art) und vor allem seelische "Verletzungen", die im Rahmen zwischenmenschlicher Konflikte auftreten.
Abgeschwächte Formen der PTBS kennt daher praktisch jeder. Sie plagen uns nach zwischenmenschlichen Kränkungen, durch die wir uns entwertet fühlen oder nachdem unser Selbstbild durch eigene Schuld häßliche Kratzer bekam. Wir sind dann nervös, reizbar und unzufrieden. Die Erinnerung an das Trauma kriecht nachts über die Bettdecke. In Gedanken kauen wir alles immer wieder durch.
Die Akute Belastungsreaktion folgt dem äußeren Ereignis in der Regel unmittelbar. Sie klingt nach Stunden bis einigen Tagen wieder ab. Typischerweise findet man Symptome, die alltagssprachlich als "Schock" bezeichnet werden:
Während die Akute Belastungsreaktion und die PTBS durch punktuelle Traumatisierungen ausgelöst wird, folgen Anpassungsstörungen dauerhaften Veränderungen der Lebensumstände, an die sich der Betroffene nur zögerlich oder gar nicht anpassen kann.
Auslöser von Anpassungsstörungen
Zu den typischen Symptomen von Anpassungsstörungen gehören chronische Unzufriedenheit, depressive Verstimmungen, Grübelneigung, Ängste, Erschöpfungszustände und Reizbarkeit. Vor allem bei Jugendlichen kann es zu deutlichen Störungen des Sozialverhaltens, bis hin zu Straffälligkeit und Abgleiten ins Drogenmilieu, kommen.
Die Posttraumatische Belastungsstörung heilt entweder aus oder sie geht in eine dauerhafte Veränderung der Persönlichkeit über. Zu den Symptomen der Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung gehören:
Das Symptomspektrum der Posttraumatischen Persönlichkeitsänderung erklärt, warum die Häufigkeit der PTBS bei Unfällen und Naturkatastrophen niedriger liegt, als wenn das Trauma absichtlich durch andere Menschen verursacht wurde. Ist der Verursacher nämlich ein Mitmensch, stellt das Trauma über die Erschütterung des Selbstbildes hinaus auch noch das Urvertrauen in die grundsätzliche Solidarität der menschlichen Gemeinschaft in Frage. Das erschwert die Integration des Traumas und führt gehäuft zu schweren Bindungsstörungen mit sozialem Rückzug.
Vom theoretischen Ansatz her ist die Behandlung der PTBS einfach: Es gilt, die Verdrängung zu beenden und das erschütternde Erlebnis ins Selbstbild des Betroffenen zu integrieren. Je nach Ausmaß der Traumatisierung und je nach individueller Struktur der innerseelischen Befindlichkeit, auf die das Trauma traf, ist das in der Praxis jedoch schwierig.
Im therapeutischen Prozess wird die Erinnerung an das Trauma wach gerufen. Wesentliches Ziel ist, die zugehörigen Gefühle und Stimmungen als sinnhafte Elemente der eigenen biographischen Entwicklung zu durchleben und zu akzeptieren. So wird das alte Selbstbild, das bis dahin nur durch mühsame Verdrängung und zum Preis quälender Symptome aufrecht erhalten werden konnte, in ein neues Selbstbild überführt.
Da ein Selbstbild aber erst dann in die Persönlichkeit integriert ist, wenn es die Verhaltensmuster der Person spannungsfrei bestimmt, ist viel Arbeit nötig, um die Beziehung des Individuums zu sich selbst und zur Umwelt neu zu gestalten. Bei gründlicher Bearbeitung fallen eine Menge alter Zöpfe ab.